Bild © Culturespaces / Markus Mielek

Die Zukunft gehört dem erlebbaren Raum

Events werden künftig intelligenter, wandelbarer und ressourcenbewusster konzipiert – und zugleich gezielter darauf ausgerichtet, wie Menschen Räume wahrnehmen, nutzen und mitgestalten. Wer Besucher begeistern möchte, muss deshalb über reine visuelle Effekte hinausdenken. Wirkungsvoll sind Konzepte, die Atmosphäre erzeugen, unterschiedliche Nutzungssituationen ermöglichen, Ressourcen verantwortungsvoll einsetzen und Menschen zur Interaktion anregen.

Genau an dieser Schnittstelle aus Technologie, Architektur, Nachhaltigkeit und Experience entwickelt sich das Eventdesign weiter. Auf der boe international 2027 wird dieses Zusammenspiel ganzheitlich erlebbar: zum Anschauen, Ausprobieren, Diskutieren und Weiterdenken. Hier nimmt Gestalt an, was Events von morgen ausmachen wird.

Trend 5: Teilbare Erlebnisse statt klassischer Fotospots

Wer heute Veranstaltungen besucht, nimmt Erinnerungen mit nach Hause und produziert häufig auch Content für soziale Netzwerke. Fotos, Reels und Storys gehören längst zum Besuch vieler Veranstaltungen.

An die Stelle einzelner Fotokulissen treten zunehmend Erlebnisräume, die Besucher selbst entdecken, inszenieren und in eigene Inhalte übersetzen können. Raum, Licht, Bewegung und Perspektive verbinden sich dabei zu einem stimmigen Ganzen. Gute Inszenierungen erzeugen visuell einprägsame Momente, die organisch aus dem Veranstaltungskonzept entstehen.

Die digitale Verlängerung beginnt bereits während des Besuchs: mit Bildern, Videos und persönlichen Perspektiven der Gäste. Für Eventdesigner bedeutet das: Räume werden nicht nur für das unmittelbare Erlebnis konzipiert, sondern auch im Hinblick darauf, wie sich Eindrücke und Inhalte medial verbreiten lassen.

Teilbarkeit wird bereits bei der Gestaltung mitgedacht. Entscheidend sind Räume, die nicht nur unmittelbar überzeugen, sondern Besucher dazu anregen, eigene Perspektiven festzuhalten und weiterzugeben.


Starke Momente wirken digital weiter.

Trend 4: Besucher werden Mitgestalter

Die klassische Zuschauerrolle verliert an Bedeutung. Moderne Veranstaltungen beziehen Besucher zunehmend aktiv in das Geschehen ein. Technologien wie Sensorik, Motion-Tracking und KI-basierte Anwendungen eröffnen dafür neue Wege: Installationen reagieren, Inhalte passen sich an und jede Interaktion kann einen anderen Verlauf nehmen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch Gamification. Spielerische Elemente können dazu motivieren, selbst Einfluss zu nehmen, Aufmerksamkeit bündeln und Themen auf neue Weise zugänglich machen. Statt eines für alle identischen Ablaufs können unterschiedliche Erlebnisse entstehen, je nachdem, wie Besucher mit Angeboten, Räumen und Themen interagieren. Ob digitale Challenges, interaktive Markenwelten oder gemeinschaftliche Anwendungen: Entscheidend ist, dass Angebote zum Mitmachen nicht zum Selbstzweck werden, sondern sinnvoll in das Gesamterlebnis eingebunden sind.

Interaktion verändert die Dramaturgie von Veranstaltungen. Besucher erleben Inhalte nicht mehr nur, sondern nehmen Einfluss auf Abläufe und Angebote – und können dadurch eine stärkere Verbindung zu Themen, Produkten oder Marken entwickeln.


Interaktion macht Erlebnisse persönlicher.

Trend 3: Re-Use statt Einwegdesign

Noch vor wenigen Jahren wurden viele Eventbauten für eine einmalige Nutzung konzipiert. Messestände, Bühnenbilder oder Dekorationselemente verschwanden nach wenigen Tagen wieder – oft verbunden mit erheblichem Material- und Ressourcenverbrauch.

Im Mittelpunkt steht heute der Lebenszyklus von Materialien und Bauteilen. Schon bei der Planung stellt sich die Frage, was nach dem Event mit Bodenbelägen, Möbeln, Konstruktionen oder Dekorationselementen geschieht. Können sie erneut eingesetzt, für andere Zwecke weitergenutzt oder in bestehende Materialkreisläufe zurückgeführt werden? Temporäre Gestaltung wird damit über den einzelnen Auftritt hinaus gedacht. Neben ökologischen Vorteilen kann eine längere Nutzung vorhandener Ressourcen auch wirtschaftlich interessant sein: Neuproduktionen lassen sich reduzieren, Abfallmengen verringern und wiederkehrende Veranstaltungen vorausschauender und kostengünstiger planen.

Nachhaltigkeit wird zum sichtbaren Gestaltungsprinzip. Materialien, Konstruktionen und Bauteile bleiben länger im Kreislauf und können mit ihrer Geschichte selbst Teil neuer Inszenierungen werden.


Einmal gestaltet, mehrfach genutzt.

© Kristof Lemp

Bildnachweis: KI-generierte Illustration (2026)

Showcase : Parrtjima Festival of Light, Australien

Wie eindrucksvoll Licht Geschichten erzählen kann, zeigt das Parrtjima Festival of Light in Alice Springs auf Arrernte Country. Jedes Jahr verwandeln Farben, Projektionen und digitale Installationen die Landschaft Zentralaustraliens in eine immersive Erlebniswelt und machen die Kunst und Geschichten von Künstlerinnen und Künstler der First Nations auf besondere Weise erfahrbar. Die natürliche Umgebung wird dabei selbst zum Bestandteil der Gestaltung. Licht dient als Medium des Storytellings und verbindet zeitgenössische Technologie mit Kultur, Country und jahrtausendealtem Wissen zu einer vielschichtigen Inszenierung.

Trend 2: Räume, die sich verändern können

Tagsüber Fachkongress mit begleitender Ausstellung, Workshops, Networking-Zone und einer Award-Verleihung am Abend. Verschiedene Formattypen können heute Teil ein und derselben Veranstaltung sein. Starre Raumkonzepte stoßen dabei schnell an ihre Grenzen. Gefragt sind Flächen, die sich unterschiedlichen Programmpunkten, Gruppengrößen und Nutzungssituationen flexibel anpassen können.

Bewegliche Trennwände, variable Bühnen und mobile Möblierung machen es möglich, Flächen innerhalb kurzer Zeit neu zu gliedern und parallel unterschiedlich zu bespielen. Atmosphäre, Orientierung und Markenwirkung müssen auch in wechselnden Konfigurationen erhalten bleiben.

Räumliche Flexibilität wird zu einer eigenen Gestaltungsqualität. Entscheidend ist nicht mehr nur, wie ein Raum aussieht, sondern wie vielseitig er sich nutzen lässt.


Ein Raum, viele Szenarien.

© Goran Jakus Photography – iStock by Getty Images

Eventdesign 2027:
5 Trends zwischen Technologie, Raum und Experience

Trend 1: Licht wird zum Erlebnisraum

Licht war lange vor allem ein funktionales Element von Veranstaltungen. Heute übernimmt es weit mehr Aufgaben: Es gestaltet Räume, erzeugt Emotionen und erzählt Geschichten. Moderne Lichtkonzepte formen Erlebnisräume, deren Atmosphäre unmittelbar spürbar wird.

Leistungsfähige LED-Technik, großflächige Projektionen und intelligente Steuerungssysteme erweitern den gestalterischen Spielraum. Dynamische Lichtinszenierungen können auf Musik, Bewegungen oder Programminhalte reagieren und die Wirkung eines Raumes fortlaufend verändern. Besonders Projection-Mapping eröffnet zusätzliche räumliche Ebenen: Fassaden, Bühnenbilder oder ganze Landschaften werden zu Projektionsflächen, auf denen Geschichten sichtbar werden. Auch KI-basierte Anwendungen könnten künftig stärker in der automatisierten Lichtsteuerung eingesetzt werden.

Lichtdesign wird damit vom Gestaltungsmittel zum dramaturgischen Instrument. Markenwelten, Themen und Emotionen lassen sich in den Raum übersetzen, während die Grenzen zwischen Architektur, Technologie und Inszenierung fließender werden.


Licht wird zur Sprache des Raums.

Wer heute Veranstaltungen plant, gestaltet weit mehr als Räume. Es entstehen Erlebniswelten, die Emotionen wecken, Menschen gezielt einbinden und Nachhaltigkeit von Beginn an mitdenken. Immersive Lichtinszenierungen, flexible Raumkonzepte und interaktive Installationen eröffnen neue Möglichkeiten für Gestaltung und Nutzung. Zugleich verändert sich die Rolle der Teilnehmenden: Sie erleben Events nicht nur, sondern werden zunehmend selbst Teil der Inszenierung. Für 2027 zeichnet sich dabei weniger eine einzelne neue Technologie ab als ein immer engeres Zusammenspiel von Raum, Technologie, Nachhaltigkeit und Beteiligung. Genau diese Verbindung prägt die nächste Generation des Eventdesigns.

Showcase: Re-Use im Messeauftritt von Viessmann

Wie sich Re-Use bereits bei der Konzeption mitdenken lässt, zeigte Viessmann Climate Solutions gemeinsam mit Atelier Markgraph bei einem Messeauftritt 2025. Dafür wurde der bereits 2023 verfolgte Nachhaltigkeitsansatz konsequent weiterentwickelt. Im Fokus standen ein reduzierter Materialeinsatz, ein neuer modularer Baustandard und eine hohe Wiederverwendungsquote nach dem 3R-Prinzip „Rethink, Reduce, Re-Use“. Der Messeauftritt wurde damit von Beginn an über die Dauer der Veranstaltung hinaus konzipiert. Genau darin liegt der entscheidende Perspektivwechsel: Temporäres Eventdesign entsteht nicht mehr zwangsläufig für einen einmaligen Einsatz. Bereits in der Planung wird berücksichtigt, wie Materialien und Bauteile anschließend weiterverwendet werden können.

Für diesen Ansatz wurde Viessmann Climate Solutions für den Designplus Award by ISH in der Kategorie „Sustainable Exhibition Stand“ nominiert.

Showcase : Phoenix des Lumières

Im Dortmunder Phoenix des Lumières werden Kunstwerke räumlich erfahrbar. Großflächige Projektionen, digitale Bildwelten und raumfüllende Klanglandschaften verwandeln die ehemalige Industriehalle in eine immersive Umgebung, die Besucher aktiv erkunden können. Aus wechselnden Perspektiven entstehen dabei immer neue Motive für Fotos und Videos.

Showcase : Award-Winning Immersive Hangar Experience

Wie weit dieser Ansatz bereits gehen kann, veranschaulicht die preisgekrönte „Immersive Hangar Experience“ der Visual Europe Group. Für die Eröffnung des United Illusions Virtual Production Studio verwandelte sich ein Hangar in eine interaktive Erlebniswelt, in der Besucher selbst Einfluss auf visuelle Inhalte nehmen konnten. Virtuelle Graffiti-Wände reagierten auf Bewegungen, interaktive LED- und KI-Anwendungen machten aus Zuschauern aktive Teilnehmer. Der Launch wurde beim Flash Award 2025 in der Kategorie „Best Technical Event Service“ ausgezeichnet.

Showcase : Palais 2 l’Atlantique, Bordeaux, Frankreich

Wie konsequent sich Räume auf wechselnde Formate und Nutzungen einstellen lassen, zeigt das Palais 2 l’Atlantique in Bordeaux. Die große Halle verfügt über bewegliche Teleskoptribünen und mobile Trennwände, mit denen sich innerhalb derselben Fläche verschiedene Raumkonfigurationen arrangieren lassen. Je nach Bedarf lassen sich kleinere Meetingbereiche, Plenarsituationen oder große Flächen einrichten.

Trend 1: Licht wird zum Erlebnisraum

Licht war lange vor allem ein funktionales Element von Veranstaltungen. Heute übernimmt es weit mehr Aufgaben: Es gestaltet Räume, erzeugt Emotionen und erzählt Geschichten. Moderne Lichtkonzepte formen Erlebnisräume, deren Atmosphäre unmittelbar spürbar wird.

Leistungsfähige LED-Technik, großflächige Projektionen und intelligente Steuerungssysteme erweitern den gestalterischen Spielraum. Dynamische Lichtinszenierungen können auf Musik, Bewegungen oder Programminhalte reagieren und die Wirkung eines Raumes fortlaufend verändern. Besonders Projection-Mapping eröffnet zusätzliche räumliche Ebenen: Fassaden, Bühnenbilder oder ganze Landschaften werden zu Projektionsflächen, auf denen Geschichten sichtbar werden. Auch KI-basierte Anwendungen könnten künftig stärker in der automatisierten Lichtsteuerung eingesetzt werden.

Lichtdesign wird damit vom Gestaltungsmittel zum dramaturgischen Instrument. Markenwelten, Themen und Emotionen lassen sich in den Raum übersetzen, während die Grenzen zwischen Architektur, Technologie und Inszenierung fließender werden.


Licht wird zur Sprache des Raums.

Bild © Culturespaces / Markus Mielek

© Goran Jakus Photography – iStock by Getty Images

Die Zukunft gehört dem erlebbaren Raum

Events werden künftig intelligenter, wandelbarer und ressourcenbewusster konzipiert – und zugleich gezielter darauf ausgerichtet, wie Menschen Räume wahrnehmen, nutzen und mitgestalten. Wer Besucher begeistern möchte, muss deshalb über reine visuelle Effekte hinausdenken. Wirkungsvoll sind Konzepte, die Atmosphäre erzeugen, unterschiedliche Nutzungssituationen ermöglichen, Ressourcen verantwortungsvoll einsetzen und Menschen zur Interaktion anregen.

Genau an dieser Schnittstelle aus Technologie, Architektur, Nachhaltigkeit und Experience entwickelt sich das Eventdesign weiter. Auf der boe international 2027 wird dieses Zusammenspiel ganzheitlich erlebbar: zum Anschauen, Ausprobieren, Diskutieren und Weiterdenken. Hier nimmt Gestalt an, was Events von morgen ausmachen wird.

Bildnachweis: KI-generierte Illustration (2026)

Showcase : Phoenix des Lumières

Im Dortmunder Phoenix des Lumières werden Kunstwerke räumlich erfahrbar. Großflächige Projektionen, digitale Bildwelten und raumfüllende Klanglandschaften verwandeln die ehemalige Industriehalle in eine immersive Umgebung, die Besucher aktiv erkunden können. Aus wechselnden Perspektiven entstehen dabei immer neue Motive für Fotos und Videos.

Showcase : Award-Winning Immersive Hangar Experience

Wie weit dieser Ansatz bereits gehen kann, veranschaulicht die preisgekrönte „Immersive Hangar Experience“ der Visual Europe Group. Für die Eröffnung des United Illusions Virtual Production Studio verwandelte sich ein Hangar in eine interaktive Erlebniswelt, in der Besucher selbst Einfluss auf visuelle Inhalte nehmen konnten. Virtuelle Graffiti-Wände reagierten auf Bewegungen, interaktive LED- und KI-Anwendungen machten aus Zuschauern aktive Teilnehmer. Der Launch wurde beim Flash Award 2025 in der Kategorie „Best Technical Event Service“ ausgezeichnet.

Showcase : Palais 2 l’Atlantique, Bordeaux, Frankreich

Wie konsequent sich Räume auf wechselnde Formate und Nutzungen einstellen lassen, zeigt das Palais 2 l’Atlantique in Bordeaux. Die große Halle verfügt über bewegliche Teleskoptribünen und mobile Trennwände, mit denen sich innerhalb derselben Fläche verschiedene Raumkonfigurationen arrangieren lassen. Je nach Bedarf lassen sich kleinere Meetingbereiche, Plenarsituationen oder große Flächen einrichten.

Showcase : Parrtjima Festival of Light, Australien

Wie eindrucksvoll Licht Geschichten erzählen kann, zeigt das Parrtjima Festival of Light in Alice Springs auf Arrernte Country. Jedes Jahr verwandeln Farben, Projektionen und digitale Installationen die Landschaft Zentralaustraliens in eine immersive Erlebniswelt und machen die Kunst und Geschichten von Künstlerinnen und Künstler der First Nations auf besondere Weise erfahrbar. Die natürliche Umgebung wird dabei selbst zum Bestandteil der Gestaltung. Licht dient als Medium des Storytellings und verbindet zeitgenössische Technologie mit Kultur, Country und jahrtausendealtem Wissen zu einer vielschichtigen Inszenierung.

Trend 2: Räume, die sich verändern können

Tagsüber Fachkongress mit begleitender Ausstellung, Workshops, Networking-Zone und einer Award-Verleihung am Abend. Verschiedene Formattypen können heute Teil ein und derselben Veranstaltung sein. Starre Raumkonzepte stoßen dabei schnell an ihre Grenzen. Gefragt sind Flächen, die sich unterschiedlichen Programmpunkten, Gruppengrößen und Nutzungssituationen flexibel anpassen können.

Bewegliche Trennwände, variable Bühnen und mobile Möblierung machen es möglich, Flächen innerhalb kurzer Zeit neu zu gliedern und parallel unterschiedlich zu bespielen. Atmosphäre, Orientierung und Markenwirkung müssen auch in wechselnden Konfigurationen erhalten bleiben.

Räumliche Flexibilität wird zu einer eigenen Gestaltungsqualität. Entscheidend ist nicht mehr nur, wie ein Raum aussieht, sondern wie vielseitig er sich nutzen lässt.


Ein Raum, viele Szenarien.

Trend 3: Re-Use statt Einwegdesign

Noch vor wenigen Jahren wurden viele Eventbauten für eine einmalige Nutzung konzipiert. Messestände, Bühnenbilder oder Dekorationselemente verschwanden nach wenigen Tagen wieder – oft verbunden mit erheblichem Material- und Ressourcenverbrauch.

Im Mittelpunkt steht heute der Lebenszyklus von Materialien und Bauteilen. Schon bei der Planung stellt sich die Frage, was nach dem Event mit Bodenbelägen, Möbeln, Konstruktionen oder Dekorationselementen geschieht. Können sie erneut eingesetzt, für andere Zwecke weitergenutzt oder in bestehende Materialkreisläufe zurückgeführt werden? Temporäre Gestaltung wird damit über den einzelnen Auftritt hinaus gedacht. Neben ökologischen Vorteilen kann eine längere Nutzung vorhandener Ressourcen auch wirtschaftlich interessant sein: Neuproduktionen lassen sich reduzieren, Abfallmengen verringern und wiederkehrende Veranstaltungen vorausschauender und kostengünstiger planen.

Nachhaltigkeit wird zum sichtbaren Gestaltungsprinzip. Materialien, Konstruktionen und Bauteile bleiben länger im Kreislauf und können mit ihrer Geschichte selbst Teil neuer Inszenierungen werden.


Einmal gestaltet, mehrfach genutzt.

© Kristof Lemp

Showcase: Re-Use im Messeauftritt von Viessmann

Wie sich Re-Use bereits bei der Konzeption mitdenken lässt, zeigte Viessmann Climate Solutions gemeinsam mit Atelier Markgraph bei einem Messeauftritt 2025. Dafür wurde der bereits 2023 verfolgte Nachhaltigkeitsansatz konsequent weiterentwickelt. Im Fokus standen ein reduzierter Materialeinsatz, ein neuer modularer Baustandard und eine hohe Wiederverwendungsquote nach dem 3R-Prinzip „Rethink, Reduce, Re-Use“. Der Messeauftritt wurde damit von Beginn an über die Dauer der Veranstaltung hinaus konzipiert. Genau darin liegt der entscheidende Perspektivwechsel: Temporäres Eventdesign entsteht nicht mehr zwangsläufig für einen einmaligen Einsatz. Bereits in der Planung wird berücksichtigt, wie Materialien und Bauteile anschließend weiterverwendet werden können.

Für diesen Ansatz wurde Viessmann Climate Solutions für den Designplus Award by ISH in der Kategorie „Sustainable Exhibition Stand“ nominiert.

Trend 4: Besucher werden Mitgestalter

Die klassische Zuschauerrolle verliert an Bedeutung. Moderne Veranstaltungen beziehen Besucher zunehmend aktiv in das Geschehen ein. Technologien wie Sensorik, Motion-Tracking und KI-basierte Anwendungen eröffnen dafür neue Wege: Installationen reagieren, Inhalte passen sich an und jede Interaktion kann einen anderen Verlauf nehmen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch Gamification. Spielerische Elemente können dazu motivieren, selbst Einfluss zu nehmen, Aufmerksamkeit bündeln und Themen auf neue Weise zugänglich machen. Statt eines für alle identischen Ablaufs können unterschiedliche Erlebnisse entstehen, je nachdem, wie Besucher mit Angeboten, Räumen und Themen interagieren. Ob digitale Challenges, interaktive Markenwelten oder gemeinschaftliche Anwendungen: Entscheidend ist, dass Angebote zum Mitmachen nicht zum Selbstzweck werden, sondern sinnvoll in das Gesamterlebnis eingebunden sind.

Interaktion verändert die Dramaturgie von Veranstaltungen. Besucher erleben Inhalte nicht mehr nur, sondern nehmen Einfluss auf Abläufe und Angebote – und können dadurch eine stärkere Verbindung zu Themen, Produkten oder Marken entwickeln.


Interaktion macht Erlebnisse persönlicher.

Trend 5: Teilbare Erlebnisse statt klassischer Fotospots

Wer heute Veranstaltungen besucht, nimmt Erinnerungen mit nach Hause und produziert häufig auch Content für soziale Netzwerke. Fotos, Reels und Storys gehören längst zum Besuch vieler Veranstaltungen.

An die Stelle einzelner Fotokulissen treten zunehmend Erlebnisräume, die Besucher selbst entdecken, inszenieren und in eigene Inhalte übersetzen können. Raum, Licht, Bewegung und Perspektive verbinden sich dabei zu einem stimmigen Ganzen. Gute Inszenierungen erzeugen visuell einprägsame Momente, die organisch aus dem Veranstaltungskonzept entstehen.

Die digitale Verlängerung beginnt bereits während des Besuchs: mit Bildern, Videos und persönlichen Perspektiven der Gäste. Für Eventdesigner bedeutet das: Räume werden nicht nur für das unmittelbare Erlebnis konzipiert, sondern auch im Hinblick darauf, wie sich Eindrücke und Inhalte medial verbreiten lassen.

Teilbarkeit wird bereits bei der Gestaltung mitgedacht. Entscheidend sind Räume, die nicht nur unmittelbar überzeugen, sondern Besucher dazu anregen, eigene Perspektiven festzuhalten und weiterzugeben.


Starke Momente wirken digital weiter.

Wer heute Veranstaltungen plant, gestaltet weit mehr als Räume. Es entstehen Erlebniswelten, die Emotionen wecken, Menschen gezielt einbinden und Nachhaltigkeit von Beginn an mitdenken. Immersive Lichtinszenierungen, flexible Raumkonzepte und interaktive Installationen eröffnen neue Möglichkeiten für Gestaltung und Nutzung. Zugleich verändert sich die Rolle der Teilnehmenden: Sie erleben Events nicht nur, sondern werden zunehmend selbst Teil der Inszenierung. Für 2027 zeichnet sich dabei weniger eine einzelne neue Technologie ab als ein immer engeres Zusammenspiel von Raum, Technologie, Nachhaltigkeit und Beteiligung. Genau diese Verbindung prägt die nächste Generation des Eventdesigns.

Eventdesign 2027:
5 Trends zwischen Technologie, Raum und Experience